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Start der Ausbildung islamischer Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Region Schwäbisch-Gmünd, Aalen, Heidenheim, Göppingen, Ulm und Ehingen im Juli 2015

Die Bearbeitung der nächsten Region wurde mit Informations-veranstaltungen für Führungskräfte der Krankenhäuser und psychiatrischen Zentren und die Integrations-beauftragten der Städte und Kreise in Freiburg, Offenburg und Karlsruhe Mitte April gestartet.

Als Ausbildungsstandort für die Region wurde Ulm gewählt, um so den Ausbildungsteilnehmern akzeptable Wegstrecken zu ermöglichen. Im April und Mai werden die Moscheevereine und anderen muslimischen Vereine wie Sport- und Elternvereine, die Volkshochschulen und andere für die Informationsverbreitung wichtige Zielgruppen zunächst mit Broschüren, Ausbildungsflyern und Plakaten auf die Initiative aufmerksam gemacht.

Im Mai und Juni finden Informationsveranstaltungen für am Thema Islamische Seelsorge interessierte Bürger und Ausbildungsbewerber in Ehingen, Ulm, Schwäbisch-Gmünd, Aalen Göppingen und Heidenheim statt. Die wichtigsten Aspekte der Seelsorge und damit Betreuung von Muslimen im Krankenhaus werden vorgestellt, ebenso das Ausbildungskonzept und damit zusammenhängende Aspekte wie die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren. Dazu nachstehend nähere Informationen und die Termine. Die genauen Orte sind jetzt in der Abstimmung mit den Integrationsbeauftragten der Städte und werden nach und nach veröffentlicht.

Die Veranstaltungen für Publikum finden immer sonntags in der Zeit von 15.00 bis 17.00 Uhr statt. Die Orte wurden so gewählt, dass keine größeren Entfernungen zurückzulegen sind.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei den Integrationsverantwortlichen, ebenso bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kreisen und Städten für die tatkräftige Unterstützung bei den Informationsveranstaltungen bedanken.

Ausführliche Informationen zum Thema Islamische Seelsorge können Sie sich hier ansehen oder auch herunterladen: Broschüre, Ausbildungsflyer

Informationsveranstaltungen

Referentinnen
und Referenten

Datum

Ort

Straße

Yalcin Tekinoglu

31. Mai

Göppingen

Bürgerhaus, Kirchstraße 11,
Erdgeschoss

Yalcin Tekinoglu

14. Juni

Schwäbisch-Gmünd

Marktplatz 1, Rathaus,
kleiner Sitzungssaal

Vesile Soylu

21. Juni

Aalen

Marktplatz 30, im Rathaus,
Sitzungssaal Erdgeschoss

Mehmet Kücük


21. Juni


Heidenheim


Klinikum Heidenheim,
Schlosshausstr. 100,
Konferenzraum

Alfred Miess

28. Juni

Ehingen

Kreiskrankenhaus
Hopfenhausstrasse 6, 3. Stock,
Raum Hochsträß/Wartstein

Vesile Soylu

20. September

Ulm

in Abstimmung

 

Islamischer Wohlfahrtsverband und Standardisierung der Ausbildung Islamische Seelsorge

Zum Einstieg in die Thematik hilft ein Blick auf die aktuelle Diskussion und das, was auf Veranstaltungen und von der Islamkonferenz zu lesen und zu hören ist. Ein muslimischer Wohlfahrtsverband soll gegründet, das drängende Thema Seelsorge nun endlich aufgegriffen werden. 

Für und wider eines islamischen Wohlfahrtsverbands

DITIB- Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion mit rund 900 Moscheen und unterschiedlich genannten 150.000 bis 220.000 Mitgliedern arbeitet am Projekt eines muslimischen Wohlfahrtsverbands, der in allen relevanten Wohlfahrtsbereichen tätig werden soll und z. B. die Krankenhausseelsorge professionalisiert. Nach Jahren, besser gesagt nach Jahrzehnten, kommen die Schritte vom Reden zum Tun. Jedenfalls die Seelsorge betreffend, wo regionale Initiativen in Kooperation mit den christlichen Kirchen u. a. Stellen in Hamburg, Niedersachsen, in Wiesbaden, Frankfurt, München und breit aufgestellt in Baden-Württemberg die Machbarkeit unter Beweis gestellt haben. 

Ein möglicher Alleingang von DITIB stößt nicht gerade auf Zustimmung der anderen großen islamischen Glaubensgemeinschaften, z. B. des Zentralrat s der Muslime (ZdM), der für einen gemeinsamen Wohlfahrtsverband aller Glaubensgemeinschaften und Konfessionen plädiert, weil dann jedenfalls alle rund 2600 Moscheen, auch die nicht an eine Glaubensgemeinschaft gebundenen Moscheen, beteiligt wären. 

Wobei anzumerken ist: rund 400.000 Muslime, etwa 10 % der muslimischen Mitbürger, sind Mitglieder der örtlichen Moscheevereine von DITIB und der anderen (Glaubens-)Gemeinschaften: VIKZ – Verband islamischer Kulturzentren, IGMG - Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş , IGBD - Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland – Zentralrat, AMJ - Ahmadiyya Muslim Jamaat, AABF - Alevitische Gemeinde Deutschlands und auch der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD).

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Fachkonferenz zur Standardisierung der Ausbildung islamischer Seelsorger/-innen

Die Zeit scheint nun endlich reif zu sein für eine islamische Seelsorge. Ablesen kann man dies an der zunehmenden Zahl regional initiierter Projekte und ganz aktuell an der Thematisierung im Rahmen der Islamkonferenz.

Sicher wird auch darüber zu diskutieren sein, ob es eine alle Glaubensströmungen übergreifende Seelsorge geben soll. Die Erwartungen aufnehmender Einrichtungen sind darauf gerichtet. Ist man sich in diesem Punkt einig, dann können Inhalte (Lernfelder in allen Details), dazu passende Referentenprofile, kann entsprechend der Bedarfslage in den verschiedenen Seelsorgefachbereichen eine Reihenfolge für die Bearbeitung bestimmt werden. Aus Sicht des Mannheimer Instituts ist es sinnvoll, zunächst die  Krankenhausseelsorge, und dann weiter die Notfallseelsorge bzw. psychosoziale Notversorgung, die Gefängnis-, Altenheim- und Telefonseelsorge in Bearbeitung zu nehmen. Parallel kann eine effektive Ablauforganisation entwickelt werden.

Sinnvoll ist es auf dem Know-how der regionalen Initiativen, der christlichen Kirchen und dem von staatlichen, privaten und Wirtschafts-Bildungsunternehmen aufzubauen, das Rad nicht neu zu erfinden. Diese haben übereinstimmend die folgenden Ziele:

  • Eine gleichbleibend hohe Qualität der Ausbildung.
  • Sicherheit für alle an der Ausbildung Beteiligten schaffen.
  • Verschwendung von finanziellen, materiellen und personellen Ressourcen vermeiden.

Deshalb möchte das Mannheimer Institut mit der Fachkonferenz Wege aufzeigen, wie durch eine Standardisierung der Ausbildung in einem Fünf- bis Sieben-Jahres-Zeitraum eine bundesweite islamische Seelsorge für die vorher genannten Fachbereiche geschaffen werden kann. Klicken Sie auf das Programm zur Fachkonferenz, dann erfahren Sie mehr dazu.

Islamische Krankenhausseelsorge in Baden-Württemberg: vom Start 2008 bis ins Jahr 2016

Die in den Jahren 2008 bis 2010 durchgeführte Pilotausbildung von islamischen Krankenhaus- und Notfallseelsorgern wurde vom Bundesinnenministerium, der Georges Anawati und der Dr. Buhmann Stiftung gefördert und in Kooperation mit der ev. Akademie der Pfalz durchgeführt.

Dabei wurden mit den Inhalten, Referentinnen und Referenten, den begleitenden Bedingungen und den Ausbildungsbildungsteilnehmer/-innen viele Erfahrungen gemacht. 2011 wurden dann die Ausbildungsgänge vom Mannheimer Institut evaluiert. Umfangreiche Änderungen ergaben sich bei den Ausbildungsinhalten, die ergänzt wurden, was sich auch auf die Dauer der Ausbildung ausgewirkt hat. Entschieden wurde auch, Ausbildungsregionen wie z. B. die Metropolregion Rhein-Neckar zu bilden, bei denen die Ausbildungsteilnehmer/-innen maximal eine Wegstrecke von etwa 70 km zum Ausbildungsort haben. Ebenso, die Ausbildungsdauer eingerechnet aller Ferientermine auf maximal elf Monate zu begrenzen.

So vorbereitet wurden dann im zweiten Halbjahr 2011 die Krankenhäuser, Kliniken und psychiatrischen Zentren in der Metropolregion Rhein-Neckar auf ihre Bereitschaft angesprochen, islamische Seelsorger/-innen für das Praktikum und die Seelsorgetätigkeit aufzunehmen. Dazu war man bereit und so konnten ab Herbst 2012 neunzehn Seelsorger/-innen an 21 Einrichtungen in Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg, Schwetzingen, Weinheim, Speyer, Germersheim, Bensheim, Grünstadt, Frankenthal und Wiesloch die Betreuung muslimischer Patienten seelsorgerisch betreuen.

Nach der Evaluierung wurde die an Informationsarbeit für Krankenhäuser, Städte, Kreise und insbesondere die muslimische Bevölkerung im nächsten Ausbildungsgebiet Oberschwaben / Bodensee im zweiten Halbjahr 2013 aufgenommen. Die Ausbildung wurde dann im Januar 2014 begonnen. Nach der Zertifikatsübergabe im November 2014 sind nun in diesem Gebiet zehn Seelsorger/-innen an Krankenhäusern und Kliniken tätig.

Im Frühjahr 2014 hat das Ministerium für Integration Land Baden-Württemberg positiv zum Konzept des Mannheimer Instituts und damit zur Förderung der Etablierung der islamischen Krankenhausseelsorge entschieden. Nun konnte die Ablauforganisation zeitsparend verbessert, Arbeitsmittel beschafft, Informationsschriften wie der Flyer zur Ausbildung und die Seelsorgebroschüre geschaffen werden. Von größter Bedeutung: Die Supervision während des Praktikums und später während der Tätigkeit, ebenso Fortbildung die Betreuung von regionalen Arbeitskreisen waren nun gesichert.

Im September 2014 haben 27 Frauen und Männer aus fünf Herkunftsländern in für das Gebiet Stuttgart/Heilbronn/Pforzheim/Tübingen/Reutlingen die Ausbildung begonnen. Sie werden diese im Juli 2015 abschließen und dann die Tätigkeit aufnehmen.

Ende Februar 2015 beginnt die Ausbildung für das von Lörrach bis Karlsruhe reichende Ausbildungsgebiet in Offenburg mit vierzehn bis sechszehn Teilnehmer/-innen.

Im Juni/Juli bzw. September 2015 starten dann die Ausbildungen für das Gebiet Ulm/Schwäbisch-Gmünd/allen und in Mannheim für die Metropolregion Rhein-Neckar mit Ausbildungsende im zweiten Quartal 2016. Im zweiten Halbjahr 2016 werden dann noch ein zweites Mal Ausbildungsgänge in Stuttgart und Ulm beginnen. Wir erwarten für diese beiden Ausbildungsgänge ca. 35 Teilnehmer/-innen.

So ist absehbar, dass Ende 2016 in etwa 110 Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren in Baden-Württemberg muslimische Patienten von Seelsorgerinnen und Seelsorgern betreut werden, die ihren kulturellen Hintergrund haben und neben der deutschen Sprache z. B. auch türkisch und arabisch sprechen.

In Gesprächen, oft auch auf Fachtagungen, werden folgende Fragen gestellt: Wer sind die Referentinnen und Referenten? Sind es Muslime? Sind sie wirklich fachkompetent? Unsere Antworten darauf: Alle haben jahrelange Praxis im medizinischen, im psychiatrischen, im Seelsorgebereich und in der islamischen Theologie. Dozentinnen und Dozenten der Zentren/Institute für islamische Theologie der Universitäten Erlangen, Frankfurt, Münster und Tübingen referieren die islamischen theologischen Fundierungen und können orientiert an Fallgeschichten die Themen auf die Seelsorgepraxis ausrichten.

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