Polizei und Mannheimer Migranten gehen erneut gemeinsamen wichtigen Schritt

Pilotprojekt „Sicherheit gemeinsam gestalten – Polizei und Migranten im offenen Gespräch“ erfolgreich durchgeführt

In der „bunten“ Stadt Mannheim leben bekanntlich Menschen aus 170 Nationen. Auch die Polizei hat sich längst auf die multikulturellen Herausforderungen eingestellt, der Umgang mit Migranten und mit fremden Kulturen gehört inzwischen zum Alltag. Interkulturelle Kompetenz stellt für die Polizeibeamtinnen und -beamten eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation dar, die inzwischen auch fest in deren Ausbildung verankert ist.

Das Polizeipräsidium Mannheim wollte einen weiteren Schritt gehen und fand einen idealen Partner beim dem Mannheimer Institut für Integration und interreligiöser Dialog e.V.. Dieser war Anfang des Jahres an die Mannheimer Polizei herangetreten, weil auch dort das Bedürfnis gesehen wurde, sich dem gegenseitigen Umgang zwischen Polizei und Migranten tiefgehender anzunehmen. Schnell einigten sich der Leiter des Instituts, Talat Kamran, und Kriminalrätin Heidrun Hassel vom Polizeipräsidium Mannheim darauf, mit dem Pilotprojekt „Sicherheit gemeinsam gestalten – Polizei und Migranten im offenen Gespräch“ einen neuen Weg zu gehen.

 

Bei diesem Projekt sollten sich Migranten und Polizisten aus Mannheim näher kennenlernen und in einer moderierten Veranstaltung offen und ungeschminkt über die tagtäglichen Probleme im Umgang miteinander diskutieren. Zu diesem Experiment erklärten sich bereits vor gut einem halben Jahr zehn Polizeibeamtinnen/ -beamten aus den Streifen- und Bezirksdiensten sowie zehn türkisch- und bosnischstämmige Migrantinnen und Migranten aus Mannheim bereit.

Das aus zwei Veranstaltungen bestehende und sicher nicht alltägliche Projekt fand nun in den letzten beiden Wochen zum zweiten Mal statt. Es erfuhr eine Neuauflage, nachdem die Befragung der Teilnehmer im Nachgang des 1. Projektdurchlaufs im Frühjahr den Erfolg und vor allem den Wunsch auf Wiederholung dokumentiert hatte.

Der erste Teil war zunächst geprägt vom Besuch in der Yavuz Sultan Selim – Moschee. Das gegenseitige Kennenlernen wurde bei einem gemeinsamen Abendessen mit türkischer Küche vertieft.

Beim zweiten Zusammentreffen eine Woche später ging es dann sozusagen ans „Eingemachte“, denn nun war es an der Zeit, „das Kind beim Namen zu nennen“. Sowohl wissenschaftliche Studien als auch ganz praktische Erfahrungen in Mannheim zeigen, dass im gegenseitigen Umgang zwischen Polizei und insbesondere türkischstämmigen Migranten immer wieder Vorurteile auf beiden Seiten zum Vorschein kommen, kulturelle Unterschiede zu Missverständnissen führen und darüber hinaus Polizisten nicht selten mit Provokationen, Respektlosigkeiten und Aggressionen konfrontiert werden.

Dieses schwierige Thema wurde in einer bisher nicht gekannten Offenheit eingehend behandelt, Standpunkte und Argumente wurden ausgetauscht. Zum einen ging es darum, dass die Polizei auch von den Mannheimer Migranten in ihrer Rolle und Funktion sowie in ihrem Selbstverständnis als rechtsstaatliche Bürgerpolizei für alle – unabhängig von Herkunft und Religion - wahrgenommen wird. Zum anderen sollte die Gewissheit vermittelt werden, dass die Migranten auch aus dem Blickwinkel der Polizei ein wesentlicher und vor allem akzeptierter Teil unserer Stadtgesellschaft sind.

Ergebnis der beiden aktuellen Veranstaltungen ist die klare Erkenntnis, dass ein solcher zielgerichteter und intensiver Dialog mehr Wissen übereinander und damit gegenseitiges Vertrauen schafft. Offenheit, persönliches Engagement und die nötige Sensibilität haben dazu beigetragen, tatsächlich Vorurteile ab- und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Eine abschließende Evaluation der Veranstaltung bei den Teilnehmern bescheinigte erneut den Erfolg nachdrücklich.

Das Polizeipräsidium Mannheim und das Mannheimer Institut für Integration und interreligiöser Dialog e.V. wollen die gute Zusammenarbeit fortführen, weitere Veranstaltungen sollen folgen. Aus beiden Kreisen verlautet: Veranstaltungen dieser Art seien ein kleiner, jedoch wichtiger Schritt, denn schlussendlich gehe es hier nicht nur um einen verbesserten Umgang zwischen Polizei und Migranten, sondern auch um einen Beitrag zur gelebten Integration in Mannheim.

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