Islamische Krankenhausseelsorge in Baden-Württemberg: vom Start 2008 bis ins Jahr 2016

Die in den Jahren 2008 bis 2010 durchgeführte Pilotausbildung von islamischen Krankenhaus- und Notfallseelsorgern wurde vom Bundesinnenministerium, der Georges Anawati und der Dr. Buhmann Stiftung gefördert und in Kooperation mit der ev. Akademie der Pfalz durchgeführt.

Dabei wurden mit den Inhalten, Referentinnen und Referenten, den begleitenden Bedingungen und den Ausbildungsbildungsteilnehmer/-innen viele Erfahrungen gemacht. 2011 wurden dann die Ausbildungsgänge vom Mannheimer Institut evaluiert. Umfangreiche Änderungen ergaben sich bei den Ausbildungsinhalten, die ergänzt wurden, was sich auch auf die Dauer der Ausbildung ausgewirkt hat. Entschieden wurde auch, Ausbildungsregionen wie z. B. die Metropolregion Rhein-Neckar zu bilden, bei denen die Ausbildungsteilnehmer/-innen maximal eine Wegstrecke von etwa 70 km zum Ausbildungsort haben. Ebenso, die Ausbildungsdauer eingerechnet aller Ferientermine auf maximal elf Monate zu begrenzen.

So vorbereitet wurden dann im zweiten Halbjahr 2011 die Krankenhäuser, Kliniken und psychiatrischen Zentren in der Metropolregion Rhein-Neckar auf ihre Bereitschaft angesprochen, islamische Seelsorger/-innen für das Praktikum und die Seelsorgetätigkeit aufzunehmen. Dazu war man bereit und so konnten ab Herbst 2012 neunzehn Seelsorger/-innen an 21 Einrichtungen in Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg, Schwetzingen, Weinheim, Speyer, Germersheim, Bensheim, Grünstadt, Frankenthal und Wiesloch die Betreuung muslimischer Patienten seelsorgerisch betreuen.

Nach der Evaluierung wurde die an Informationsarbeit für Krankenhäuser, Städte, Kreise und insbesondere die muslimische Bevölkerung im nächsten Ausbildungsgebiet Oberschwaben / Bodensee im zweiten Halbjahr 2013 aufgenommen. Die Ausbildung wurde dann im Januar 2014 begonnen. Nach der Zertifikatsübergabe im November 2014 sind nun in diesem Gebiet zehn Seelsorger/-innen an Krankenhäusern und Kliniken tätig.

Im Frühjahr 2014 hat das Ministerium für Integration Land Baden-Württemberg positiv zum Konzept des Mannheimer Instituts und damit zur Förderung der Etablierung der islamischen Krankenhausseelsorge entschieden. Nun konnte die Ablauforganisation zeitsparend verbessert, Arbeitsmittel beschafft, Informationsschriften wie der Flyer zur Ausbildung und die Seelsorgebroschüre geschaffen werden. Von größter Bedeutung: Die Supervision während des Praktikums und später während der Tätigkeit, ebenso Fortbildung die Betreuung von regionalen Arbeitskreisen waren nun gesichert.

Im September 2014 haben 27 Frauen und Männer aus fünf Herkunftsländern in für das Gebiet Stuttgart/Heilbronn/Pforzheim/Tübingen/Reutlingen die Ausbildung begonnen. Sie werden diese im Juli 2015 abschließen und dann die Tätigkeit aufnehmen.

Ende Februar 2015 beginnt die Ausbildung für das von Lörrach bis Karlsruhe reichende Ausbildungsgebiet in Offenburg mit vierzehn bis sechszehn Teilnehmer/-innen.

Im Juni/Juli bzw. September 2015 starten dann die Ausbildungen für das Gebiet Ulm/Schwäbisch-Gmünd/allen und in Mannheim für die Metropolregion Rhein-Neckar mit Ausbildungsende im zweiten Quartal 2016. Im zweiten Halbjahr 2016 werden dann noch ein zweites Mal Ausbildungsgänge in Stuttgart und Ulm beginnen. Wir erwarten für diese beiden Ausbildungsgänge ca. 35 Teilnehmer/-innen.

So ist absehbar, dass Ende 2016 in etwa 110 Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren in Baden-Württemberg muslimische Patienten von Seelsorgerinnen und Seelsorgern betreut werden, die ihren kulturellen Hintergrund haben und neben der deutschen Sprache z. B. auch türkisch und arabisch sprechen.

In Gesprächen, oft auch auf Fachtagungen, werden folgende Fragen gestellt: Wer sind die Referentinnen und Referenten? Sind es Muslime? Sind sie wirklich fachkompetent? Unsere Antworten darauf: Alle haben jahrelange Praxis im medizinischen, im psychiatrischen, im Seelsorgebereich und in der islamischen Theologie. Dozentinnen und Dozenten der Zentren/Institute für islamische Theologie der Universitäten Erlangen, Frankfurt, Münster und Tübingen referieren die islamischen theologischen Fundierungen und können orientiert an Fallgeschichten die Themen auf die Seelsorgepraxis ausrichten.

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